
Vergessen Sie die Angst vor Hitzeschäden: Die wahre Gefahr liegt nicht im Styling selbst, sondern im Unwissen über die Physik dahinter.
- Die 185-°C-Grenze ist keine Empfehlung, sondern das physikalische Limit, bevor die Proteinstruktur Ihres Haares irreversibel „kocht“.
- Die Materialwissenschaft des Werkzeugs (Keramik vs. Titan) und die korrekte Anwendung von Hitzeschutz sind entscheidender als die Marke des Geräts.
Empfehlung: Testen Sie die Elastizität Ihres Haares, um dessen wahre Bedürfnisse (Protein oder Feuchtigkeit) zu diagnostizieren, bevor Sie zum nächsten Produkt greifen.
Der Wunsch nach perfekt gestyltem Haar – seidig glatt oder wunderbar gelockt – und die Angst vor spröden, geschädigten Spitzen sind ein täglicher Konflikt im Badezimmer. Viele Frauen greifen morgens zu Glätteisen und Lockenstab, begleitet von einem leisen, schlechten Gewissen. Die gängigen Ratschläge sind bekannt: Hitzeschutz benutzen, nicht zu oft stylen, teure Geräte kaufen. Doch diese Tipps kratzen nur an der Oberfläche eines Themas, das tief in der Physik und Materialwissenschaft verwurzelt ist. Das Gefühl, das eigene Haar bei jeder Anwendung ein wenig mehr zu „verkochen“, bleibt bestehen, weil das grundlegende Verständnis der Prozesse fehlt.
Doch was wäre, wenn der Schlüssel zu gesundem Styling nicht darin liegt, auf Hitze zu verzichten, sondern darin, sie wie ein Technik-Experte zu beherrschen? Was, wenn Sie genau wüssten, welche Temperatur die absolute Obergrenze für die Proteinstruktur Ihres Haares ist und warum? Wenn Sie die Unterschiede zwischen Keramik- und Titanplatten nicht nur dem Marketing, sondern der reinen Physik nach verstehen würden? Genau hier setzt dieser Guide an. Wir betrachten Haarstyling nicht als Beauty-Routine, sondern als angewandte Wissenschaft. Wir entschlüsseln die technischen Prinzipien, die darüber entscheiden, ob ein Hitzetool Ihr Haar veredelt oder zerstört.
Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die entscheidenden technischen Aspekte des sicheren Haarstylings. Sie werden lernen, die kritischen Parameter – Temperatur, Material, Feuchtigkeit und mechanische Belastung – bewusst zu steuern. Am Ende werden Sie nicht nur wissen, *was* zu tun ist, sondern vor allem *warum* es funktioniert. So verwandeln Sie die Angst vor Haarschäden in die Sicherheit eines fundierten, technischen Verständnisses.
Dieser Artikel beleuchtet alle technischen Aspekte, die für ein schonendes und effektives Haarstyling entscheidend sind. Der folgende Sommaire gibt Ihnen einen Überblick über die Themen, die wir detailliert behandeln werden, um Sie zum Experten für Ihre eigene Haar-Hardware zu machen.
Sommaire: Der ultimative Technik-Leitfaden für schonendes Haarstyling
- Warum sollten Sie Ihr Glätteisen niemals heißer als 185 Grad einstellen?
- Keramik oder Titan: Welche Beschichtung ist schonender für feines Haar?
- Warum muss das Hitzeschutzspray trocknen, bevor das heiße Eisen das Haar berührt?
- Wie funktionieren „Heatless Curls“ mit dem Bademantel-Gürtel wirklich?
- Was bringen Ionen-Föhne wirklich gegen statische Aufladung im Winter?
- Wann führt zu viel Keratin dazu, dass Haare hart werden und brechen (Protein Overload)?
- Woran erkennen Sie einen gut sitzenden Haarreifen, der nicht hinter den Ohren drückt?
- Welche Haargummis und Spangen halten die Frisur, ohne das Haar mechanisch zu kappen?
Warum sollten Sie Ihr Glätteisen niemals heißer als 185 Grad einstellen?
Die meisten modernen Glätteisen bieten Temperatureinstellungen bis 230 °C, was ein falsches Gefühl von Effizienz vermittelt. Aus technischer Sicht ist dies jedoch pures Marketing, das auf Kosten Ihrer Haargesundheit geht. Die magische Grenze liegt bei 185 °C. Dies ist keine willkürliche Empfehlung, sondern der Punkt, an dem die irreversible Denaturierung der Keratinproteine im Haar beginnt. Stellen Sie es sich wie das Kochen eines Eis vor: Ab einer bestimmten Temperatur wird das flüssige Eiweiß fest und kann niemals wieder in seinen Ursprungszustand zurückkehren. Ähnliches passiert mit der Proteinstruktur Ihres Haares.
Oberhalb von 185 °C beginnt das im Haar gebundene Wasser zu sieden, was zu winzigen Dampfexplosionen innerhalb der Haarstruktur führt. Diese Mikro-Schäden sind der Beginn von Spliss und Haarbruch. Temperaturen darüber „verbrennen“ zudem die äußere Schuppenschicht (Cuticula), was zu einem matten Aussehen und dauerhafter Rauheit führt. Selbst dickes, kräftiges Haar erleidet bei über 200 °C strukturelle Schäden. Eine Analyse der Stiftung Warentest bestätigt, dass die ideale Temperatur je nach Haartyp variiert: So vertragen feines und geschädigtes Haar maximal 170 Grad, während gesundes Haar bis zu 200 Grad Celsius aushalten kann, wobei 185 °C als sicherer universeller Maximalwert gilt.
Der richtige Ansatz ist daher nicht „je heißer, desto schneller“, sondern „so heiß wie nötig, so niedrig wie möglich“. Beginnen Sie immer mit einer niedrigen Einstellung um 160 °C und testen Sie an einer unauffälligen Strähne. Erhöhen Sie die Temperatur nur dann in kleinen Schritten, wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist. Ein Durchgang pro Strähne bei der richtigen Temperatur ist weitaus schonender als mehrere Durchgänge bei zu hoher Hitze.
Diese Temperaturbegrenzung ist die wichtigste Regel im Hitzestyling, doch sie nützt wenig, wenn das Gerät selbst die Wärme nicht optimal an das Haar abgibt. Dies führt uns direkt zur Materialwissenschaft der Glätteisenplatten.
Keramik oder Titan: Welche Beschichtung ist schonender für feines Haar?
Die Wahl des Materials der Heizplatten ist keine Frage der Markenpräferenz, sondern der reinen Physik der Wärmeübertragung. Die beiden gängigsten Materialien, Keramik und Titan, funktionieren fundamental unterschiedlich und eignen sich daher für verschiedene Haartypen. Für Frauen mit feinem oder bereits strapaziertem Haar ist diese Unterscheidung entscheidend, um weitere Schäden zu vermeiden. Der Schlüssel liegt darin, wie die Wärme erzeugt und an die Haarsträhne abgegeben wird.
Keramikplatten sind der Goldstandard für schonendes Styling. Sie erzeugen Infrarotwärme, die das Haar von innen nach außen erwärmt. Dieser Prozess ist langsamer und gleichmäßiger, was das Risiko von Hitzespitzen und „Verbrennungen“ an der Haaroberfläche minimiert. Vollkeramikplatten speichern die Wärme exzellent und geben sie konstant ab, was ein gleichmäßiges Glättungsergebnis bei niedrigeren Temperaturen ermöglicht. Für feines Haar ist dies ideal, da es empfindlicher auf aggressive Oberflächenhitze reagiert.

Titanplatten hingegen sind extrem effiziente Wärmeleiter. Sie heizen sich blitzschnell auf und geben eine intensive Hitze direkt an der Oberfläche ab. Das macht sie perfekt für sehr dickes, kräftiges oder schwer zu bändigendes Haar, da die hohe Energieübertragung die Haarstruktur schnell formt. Für feines Haar ist diese aggressive Oberflächenhitze jedoch oft zu viel und kann die empfindliche Cuticula schädigen. Turmalin-Beschichtungen sind eine Weiterentwicklung, die oft mit Keramik kombiniert wird. Turmalin ist ein Halbedelstein, der bei Erhitzung negative Ionen freisetzt und so Frizz reduziert – eine exzellente Ergänzung für zu statischer Aufladung neigendes Haar.
Die folgende Tabelle fasst die Materialeigenschaften zusammen und dient als technischer Leitfaden für Ihre Kaufentscheidung, basierend auf einer verfügbaren Analyse der Materialeigenschaften.
| Material | Hitzeleitung | Geeignet für | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Keramik | Infrarotwärme von innen nach außen | Feines bis normales Haar | Sehr langlebig |
| Titan | Schnelle Oberflächenhitze | Dickes, widerspenstiges Haar | Extrem robust |
| Turmalin | Negative Ionen-Technologie | Krauses, frizziges Haar | Langlebig |
Selbst das beste Material nützt jedoch nichts, wenn eine entscheidende Schutzbarriere fehlt. Die korrekte Anwendung von Hitzeschutz ist der nächste logische Schritt in der Kette des sicheren Stylings.
Warum muss das Hitzeschutzspray trocknen, bevor das heiße Eisen das Haar berührt?
Die Anwendung von Hitzeschutzspray ist eine oft wiederholte, aber selten verstandene Regel. Viele glauben, das Spray bilde eine Art feuerfeste Schicht. In Wirklichkeit ist seine Funktion subtiler und basiert auf Polymeren und Silikonen, die zwei Hauptaufgaben haben: Sie verteilen die Hitze gleichmäßiger über die Haaroberfläche und reduzieren die Reibung, sodass das Glätteisen sanfter gleitet. Die wichtigste Regel dabei ist jedoch, das Spray vollständig trocknen zu lassen, bevor das heiße Eisen das Haar berührt.
Ignoriert man diese Regel, tritt ein Phänomen auf, das man als „thermischen Schock“ bezeichnen kann. Trifft eine 185 °C heiße Platte auf ein noch feuchtes Haar, verdampft die Flüssigkeit (Wasser und Alkohol aus dem Spray) explosionsartig. Dieses plötzliche Sieden im Inneren und an der Oberfläche der Haarstruktur verursacht irreparable Schäden an der Cuticula. Das verräterische Zischgeräusch, das dabei entsteht, ist kein Zeichen von Effektivität, sondern ein akustisches Warnsignal für Haarbruch. Eine Fallstudie von Schwarzkopf beschreibt diesen „Zisch-Test“ treffend als klares Alarmsignal für die strukturelle Zerstörung im Haarinneren.
Die korrekte Technik ist also, das Hitzeschutzspray auf das trockene Haar aufzusprühen und es entweder an der Luft trocknen zu lassen oder das Haar kurz auf kalter Stufe trocken zu föhnen. Erst wenn das Haar sich wieder komplett trocken anfühlt, ist die Schutzschicht aus Polymeren aktiviert und bereit, ihre Funktion zu erfüllen. Ein weiterer Expertentipp ist, jede Strähne langsam, aber dafür nur einmal zu glätten. Dies stellt sicher, dass die Hitze gleichmäßig einwirkt und die Strähne im ersten Durchgang glatt wird, ohne sie mehrfach dem Stress auszusetzen.
Während die Beherrschung von Hitzetools essenziell ist, gibt es auch eine physikalisch noch sanftere Methode, um das Haar in Form zu bringen, die gänzlich ohne thermische Energie auskommt.
Wie funktionieren „Heatless Curls“ mit dem Bademantel-Gürtel wirklich?
Die Methode der „Heatless Curls“, insbesondere die populäre Variante mit dem Gürtel eines Bademantels, ist mehr als nur ein Social-Media-Trend. Sie basiert auf einem fundamentalen Prinzip der Haarphysik: Wasserstoffbrücken. Wenn Haar nass wird, lösen sich diese temporären Verbindungen in der Keratinstruktur. Während das Haar trocknet, bilden sich die Wasserstoffbrücken neu und fixieren das Haar in der Form, in der es sich während des Trocknungsprozesses befindet. „Heatless Curls“ nutzen genau diesen Mechanismus, um Locken zu formen, ganz ohne den Einsatz potenziell schädigender Hitze.
Der Bademantel-Gürtel oder ein ähnliches weiches Band dient dabei als Formgeber. Das Haar wird im feuchten Zustand um das Band gewickelt. Die Spannung und die runde Form des Gürtels definieren die spätere Locke. Wichtig ist, dass das Haar nur handtuchtrocken ist. Ist es zu nass, dauert die Trocknung zu lange und die Locken halten schlechter. Ist es zu trocken, haben sich die Wasserstoffbrücken bereits teilweise neu gebildet und lassen sich nicht mehr so gut umformen. Ein Schaumfestiger oder Salzwasserspray, vor dem Wickeln aufgetragen, gibt den entstehenden Locken zusätzlichen Halt, indem er eine leicht stützende Schicht um das Haar legt.

Die Technik ist bestechend einfach und schont die Proteinstruktur des Haares zu 100 %. Man platziert den Gürtel mittig auf dem Kopf, teilt das Haar in zwei Sektionen und beginnt, Strähne für Strähne von vorne nach hinten um das jeweilige Gürtelende zu wickeln. Am Ende werden die Haarspitzen mit einem weichen Haargummi (Scrunchie) fixiert, um Knicke zu vermeiden. Über Nacht hat das Haar Zeit, vollständig zu trocknen und die neue Form anzunehmen. Am Morgen wird der Gürtel entfernt und die Locken werden sanft mit den Fingern aufgelockert. Das Ergebnis sind weiche, natürliche Wellen – geformt durch reine Physik und Geduld.
Diese hitzefreie Methode ist die ultimative Schonung. Wenn es aber doch einmal schnell gehen muss und der Föhn zum Einsatz kommt, gibt es auch hier eine Technologie, die den Unterschied macht.
Was bringen Ionen-Föhne wirklich gegen statische Aufladung im Winter?
Die Ionen-Technologie bei Haartrocknern wird oft als Wundermittel gegen Frizz beworben, aber was steckt technisch dahinter? Ihre wahre Stärke zeigt sich besonders in Umgebungen mit trockener Luft, wie sie in Deutschland durch die Heizungsluft im Winter typisch ist. Die Wirksamkeit ist also keine reine Behauptung, sondern ein physikalisches Prinzip, das auf die Ionenbilanz des Haares abzielt.
Haare laden sich durch Reibung (z.B. an Mützen, Schals oder durch Bürsten) positiv auf. Diese gleichnamige Ladung führt dazu, dass sich die einzelnen Haare gegenseitig abstoßen – das Ergebnis ist „fliegendes“, statisch aufgeladenes Haar. Ein Ionen-Föhn besitzt einen integrierten Generator, der negativ geladene Ionen erzeugt und diese mit dem Luftstrom auf das Haar bläst. Diese negativen Ionen neutralisieren die positive Aufladung auf der Haaroberfläche.
Der Effekt ist zweifach: Erstens wird die statische Aufladung sofort eliminiert und das Haar legt sich wieder glatt an. Zweitens haben die negativen Ionen die Eigenschaft, die Wassermoleküle auf dem Haar in kleinere Mikrotröpfchen zu zerlegen. Diese können leichter vom Haar aufgenommen werden, was zu einer besseren Hydratation und einem schnelleren Trocknungsprozess führt. Gleichzeitig hilft dieser Prozess, die Schuppenschicht des Haares (Cuticula) zu schließen. Eine geschlossene Cuticula reflektiert mehr Licht, was dem Haar einen gesunden Glanz verleiht und es widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeitsverlust macht. Gerade in der Zeit von Oktober bis März ist in Deutschland die Zeit, in der Ionen-Föhne durch trockene Heizungsluft besonders effektiv wirken.
Während externe Faktoren wie Hitze und Reibung das Haar schädigen, kann auch ein Ungleichgewicht im Inneren zu Problemen führen. Das richtige Verhältnis von Protein und Feuchtigkeit ist entscheidend für die Stabilität des Haares.
Wann führt zu viel Keratin dazu, dass Haare hart werden und brechen (Protein Overload)?
Keratin-Shampoos und Protein-Kuren werden als Wundermittel für geschädigtes Haar vermarktet. Proteine sind tatsächlich essenzielle Bausteine, um Lücken in der Haarstruktur aufzufüllen und sie zu stärken. Doch wie bei vielen Dingen gilt auch hier: Zu viel des Guten kann das Gegenteil bewirken. Ein sogenannter „Protein Overload“ entsteht, wenn dem Haar übermäßig viele Proteine zugeführt werden, ohne für einen ausreichenden Feuchtigkeitsausgleich zu sorgen. Das Haar wird starr, unelastisch, hart und bricht schließlich wie trockenes Stroh.
Gesundes Haar benötigt eine feine Balance zwischen Proteinen für die Stabilität und Feuchtigkeit für die Flexibilität. Fehlt Feuchtigkeit, können sich die starken Protein-Verbindungen nicht mehr geschmeidig bewegen. Das Haar verliert seine Dehnbarkeit und bricht bei der geringsten mechanischen Belastung, etwa beim Bürsten oder Binden eines Zopfes. Viele Frauen, die ihr Haar mit „Repair“-Produkten überpflegen, wundern sich über zunehmenden Haarbruch und vermuten fälschlicherweise einen Mangel, obwohl sie in Wahrheit einen Überschuss an Proteinen haben.
Glücklicherweise gibt es einen einfachen diagnostischen Test, den Sie zu Hause durchführen können, um den Zustand Ihres Haares zu bestimmen. Dieser „Nass-Dehnungs-Test“ gibt Aufschluss darüber, ob Ihr Haar Protein oder Feuchtigkeit benötigt. Anhand des Ergebnisses können Sie Ihre Pflegeroutine gezielt anpassen. Marken wie Kérastase empfehlen daher einen bewussten Wechsel zwischen proteinreichen Kuren (oft mit „Keratin“ oder „Repair“ im Namen) und feuchtigkeitsspendenden Masken (mit „Hydro“ oder „Moisture“). Dieses Prinzip lässt sich auch auf deutsche Drogerie-Marken wie Balea (dm) oder Isana (Rossmann) übertragen, indem man auf diese Schlüsselbegriffe in der Produktbezeichnung achtet.
Ihr Diagnose-Plan: Der Nass-Dehnungs-Test für zu Hause
- Test durchführen: Eine nasse Haarsträhne vorsichtig zwischen den Fingern dehnen.
- Diagnose 1: Dehnt sich kaum und bricht schnell? Das deutet auf einen Protein-Überschuss hin.
- Diagnose 2: Dehnt sich wie Kaugummi, ohne zurückzuschnellen? Das ist ein klares Zeichen für Feuchtigkeitsmangel.
- Diagnose 3: Bricht sofort bei der geringsten Berührung? Dies weist auf stark geschädigtes Haar hin, das beides benötigt.
- Plan d’intégration: Bei Protein-Überschuss auf feuchtigkeitsspendende Masken umsteigen; bei Feuchtigkeitsmangel proteinreiche Kuren anwenden.
Neben der chemischen und thermischen Belastung spielt auch die mechanische eine große Rolle. Selbst die Wahl eines einfachen Accessoires wie eines Haarreifens kann über Wohlbefinden und Haargesundheit entscheiden.
Woran erkennen Sie einen gut sitzenden Haarreifen, der nicht hinter den Ohren drückt?
Ein Haarreifen ist ein praktisches und modisches Accessoire, doch ein schlecht sitzendes Modell kann schnell zur Qual werden. Der typische Schmerz hinter den Ohren ist ein klares Zeichen für ein ergonomisches Problem: Anhaltender, punktueller Druck auf die empfindlichen Nerven und die dünne Haut in diesem Bereich. Ein guter Haarreifen zeichnet sich nicht durch sein Design aus, sondern durch seine technische Konstruktion und Materialität, die auf die Anatomie des Kopfes abgestimmt ist.
Das entscheidende Kriterium ist die Flexibilität und Form. Ein starrer, zu enger Reif übt konstanten Druck aus. Ein ergonomisch geformter Haarreifen hingegen folgt der natürlichen Rundung des Kopfes und verteilt den Druck gleichmäßig, anstatt ihn an zwei Punkten zu konzentrieren. Die Enden, die hinter den Ohren aufliegen, sind der kritischste Bereich. Sie sollten breit, gut abgerundet und idealerweise mit einem weichen Stoff oder Silikon ummantelt sein, um die Auflagefläche zu vergrößern und den Druck pro Quadratzentimeter zu minimieren. Leichte Materialien wie flexibler Kunststoff oder stoffbezogenes Metall sind starren, schweren Materialien vorzuziehen.
Das NIVEA Haarstyling-Expertenteam fasst die Kriterien für einen komfortablen Haarreifen prägnant zusammen:
Flexible, leichte Materialien, breite stoffummantelte Enden und eine abgerundete Form, die der Kopfanatomie folgt – das macht einen ergonomischen Haarreif aus.
– NIVEA Haarstyling-Expertenteam, NIVEA Hair Hacks Guide
Beim Kauf können Sie einen einfachen Test durchführen: Setzen Sie den Haarreifen im Geschäft auf und lassen Sie ihn für einige Minuten an. Neigen und drehen Sie den Kopf. Spüren Sie sofort einen Druckpunkt, ist es das falsche Modell. Ein guter Haarreif sollte kaum spürbar sein. Achten Sie auf eine hochwertige Verarbeitung; Produkte mit dem Label „Made in Germany“ oder aus europäischer Produktion weisen oft eine höhere ergonomische Qualität auf.
Die gleiche mechanische Belastung, die bei Haarreifen zu Schmerzen führt, kann bei Haargummis zu Haarbruch führen. Die Wahl des richtigen Befestigungsmaterials ist der letzte Baustein für rundum gesundes Haar.
Das Wichtigste in Kürze
- Temperatur-Disziplin: Stylen Sie niemals über 185 °C, um die Proteinstruktur des Haares nicht irreversibel zu schädigen.
- Material-Intelligenz: Wählen Sie Keramik für feines Haar (Wärme von innen) und Titan nur für sehr dickes Haar (aggressive Oberflächenhitze).
- Chemische Balance: Diagnostizieren Sie mittels Dehnungstest, ob Ihr Haar Protein (Stabilität) oder Feuchtigkeit (Flexibilität) benötigt, um Haarbruch durch ein Ungleichgewicht zu vermeiden.
Welche Haargummis und Spangen halten die Frisur, ohne das Haar mechanisch zu kappen?
Der alltägliche Pferdeschwanz ist für viele Frauen eine praktische Standardfrisur. Doch die Wahl des falschen Haargummis kann zu einer der häufigsten Formen von Haarschäden führen: mechanischer Haarbruch. Klassische Haargummis, insbesondere solche mit einer kleinen Metallverbindung, wirken wie eine winzige Schere. Bei jeder Bewegung und durch die Spannung des Zopfes reibt das Haar an der scharfen Kante des Metalls oder an der rauen Oberfläche des Gummis, bis es schließlich „abgeschnitten“ wird. Sichtbar wird dies oft durch viele kurze, abstehende Haare auf Höhe des Haargummis.
Die Lösung liegt in der Wahl von Materialien, die die Reibung minimieren und die Spannung verteilen. Hier gibt es zwei technologisch überlegene Alternativen. Erstens, die sogenannten Spiral-Haargummis (oft als „Telefonkabel-Haargummis“ bekannt, wie die der Marke Invisibobble). Ihre Form verteilt den Druck ungleichmäßig auf mehrere Punkte der Haarsträhne, anstatt ihn auf einer einzigen, schmalen Linie zu bündeln. Dadurch wird der Druck auf das einzelne Haar reduziert und ein starker Halt ohne Abknicken erreicht. Das glatte Kunststoffmaterial reduziert zudem die Reibung.
Zweitens, Haargummis aus sehr glatten, weichen Materialien wie Seide oder Satin (Scrunchies). Diese Stoffe haben eine extrem reibungsarme Oberfläche. Das Haar kann sich frei bewegen, ohne an den Fasern hängen zu bleiben oder aufgeraut zu werden. Der Stoff umhüllt das innenliegende Gummiband und schafft so eine schützende Pufferzone. Auch bei Haarspangen sollte auf scharfe Kanten oder schlecht verarbeitete Metallteile verzichtet werden. Klemmen mit abgerundeten Zähnen und einer glatten Innenfläche sind immer die bessere Wahl. Der Grundsatz lautet: Alles, was sich rau oder scharfkantig anfühlt, wird auch am Haar Reibung und Schaden verursachen.
Indem Sie bewusste, technisch fundierte Entscheidungen treffen – von der Temperatur Ihres Glätteisens bis zur Materialität Ihres Haargummis – übernehmen Sie die volle Kontrolle über die Gesundheit Ihrer Haare. Der nächste logische Schritt ist, dieses Wissen anzuwenden und Ihre aktuellen Styling-Tools und Gewohnheiten einer kritischen Prüfung zu unterziehen.